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	<title>Die Blanken</title>
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	<description>Ein Roman von Steffen Ziegler</description>
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		<title>Lesung &#8220;Die Blanken&#8221; in der Höhle</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 13:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Breitscheid (klk/s). Doppelte Premiere für die „Herbstlabyrinth“-Schauhöhle bei Breitscheid. Zum ersten Mal kommt das unterirdische Juwel in einem Buch vor, und zum ersten Mal diente sie am Freitagabend als Kulisse für eine Autorenlesung eben jenes Buches: Der Herborner Journalist Steffen Ziegler las für 30 Zuhörer in der Tropfsteinhöhle aus seinem Debütroman „Die Blanken“. Der ungewöhnliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Breitscheid (klk/s). Doppelte Premiere für die „Herbstlabyrinth“-Schauhöhle bei Breitscheid.</h3>
<p><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle11.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-673" title="hoehle1" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle11-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Zum ersten Mal kommt das unterirdische Juwel in einem Buch vor, und   zum ersten Mal diente sie am Freitagabend als Kulisse für eine   Autorenlesung eben jenes Buches: Der Herborner Journalist Steffen   Ziegler las für 30 Zuhörer in der Tropfsteinhöhle aus seinem Debütroman   „Die Blanken“. Der ungewöhnliche Ort der Lesung dient ihm zugleich als Schauplatz des   „Showdowns“ auf den rund 50 letzten Seiten des 450 Seiten starken   Fantasy-Krimis. Während die Handlung komplett frei erfunden ist, hat der   42-Jährige für die Kulisse der Handlung auf die ihm bekannte Region   zurückgegriffen: Vor allem Siegen steht im Mittelpunkt seines Romans.   Hier arbeitet Ziegler als dienstältester Moderator für „Radio Siegen“   und ist dort regelmäßig zwischen 6 und 9 Uhr mit der Sendung „Am Morgen“   im Programm.</p>
<p>Das sichert ihm einen hohen Bekanntheitsgrad im   Siegerland, während er in seiner Heimatstadt kaum bekannt ist. „Wenn die Leute mein Buch kaufen, dann vor allem, weil sie mich aus  dem Radio kennen“, schätzte er an der Höhle denn auch die Absatzchancen für sein mit einer   Erstauflage von 1000 Exemplaren erschienenes Erstlingswerk im nördlichen   Dillkreis realistisch ein. Wobei er mit gutem Grund auf diejenigen   Käufer hoffen kann, die seinen Roman kaufen, nachdem sie ihn von anderen   Lesern empfohlen bekommen, ohne ihn zu kennen – denn nach den ersten   Eindrücken aus der eine dreiviertel Stunde währenden Lösung scheint das   Buch wirklich spannend geschrieben und gut lesbar formuliert zu sein:   Die Teilnehmer der Lesung jedenfalls kauften das Taschenbuch anschließend fast ausnahmslos.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle21.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-674" title="hoehle2" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle21.jpg" alt="" width="420" height="280" /></a></p>
<p>Offenbar kann man sich zu Recht packende Unterhaltung für die grauen   November- und Dezemberabende versprechen: Steffen Ziegler gelang es   bestens, die Neugier auf die einfallsreiche Geschichte zu wecken, die   sich um Menschen dreht, die nicht träumen können – eine künstlerische   Freiheit, denn nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es das gar   nicht, wie der Autor eingestand, nachdem sein Publikum sich auf die   Plastikstühle in der Höhle verteilt hatte. Egal,  denn Ziegler nutzt das   Konstrukt, um darum eine packende Geschichte zu entfalten, die er am   Freitag leider in der Kürze der Zeit nur auszugsweise vortragen konnte.   Da er den Zuhörern zudem nicht ihr Leseerlebnis verderben wollte, brach   er leider meist an den spannendsten Stellen ab. Das Publikum, das sich   zuvor mit Taschenlampen ausgerüstet von Erdbach aus gemeinsam durch  die  dunkle Gasseschlucht bis hinauf zur Höhle vorgekämpft hatte, lernte  so  nur flüchtig Gerrit Graf kennen, der auf der Suche nach seiner  Tochter  Franziska allerhand Abenteuer zu bestehen hat.</p>
<p><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle31.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-675" title="hoehle3" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle31-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Die 17-Jährige  fällt nach  einer Nacht im Siegener Institut für Schlaf- und  Traumforschung ins  Koma, ein Freund stirbt gar. Als auch noch der  Leiter des Instituts  ermordet wird, gerät Gerrit in Verdacht. Aber  nicht nur die Polizei jagt  ihn, sondern auch ein Unternehmer. Der ist  auch ein spendabler Förderer  der Breitscheider Höhle, will aber stets  anonym bleiben – nicht eben  aus edlen Absichten, wie die Teilnehmer der  Autorenlesung nun wissen.<br />
Nach Gerrits von Ziegler vorgelesener Flucht per Flugzeug nach   Breitscheid in der ersten Szene, in der er die Freundin des obskuren   Geschäftsmann kennenlernt und ihr die ersten Hinweise entlockt,   wechselte der Autor in die Höhle. Die Sätze, mit der er die immer wieder   punktuell in Licht getauchte und still vor sich hin tropfende Stätte   der Lesung beschrieb, heben sich aus dem belletristischen Umfeld   bemerkenswert hervor. Ziegler spricht vom Herbstlabyrinth wie von einer   Persönlichkeit, die die handelnden Personen bewusst wahrnimmt, und mit   einer gewissen Leidenschaft, bezeichnet er sie doch unter anderem   geradezu dichterisch als „Tempel der Weite“ und als „Kathedrale   gottpreisenden Lichts“. Hier kommt es nun zur drastischen Begegnung   zwischen Gut und Böse, während der sich Wandteile der Höhle in Bewegung   setzen – wie wissend um ihr Alter von vielen Millionen Jahren und die   Nichtigkeit der wimpernschlagkurzen Tragödie in ihrem Innern – und der   durch die Höhle fließende Erdbach durch einen Gewitterregen bedrohlich   anschwillt.</p>
<p>Wie der Kampf um Franziskas Leben tief unter der Erde bei Breitscheid   ausgeht, verriet der Radiojournalist in der Höhle nicht. Für Dr. Uwe   Peters als Vorsitzender des Vereins „Zeitsprünge“ bedeutete die Premiere   einen weiteren Mosaikstein im Bemühen, die im Mai 2009 eröffnete   Schauhöhle durch unterschiedliche Nutzungen möglichst vielen Menschen   nahezubringen. In  diesem Jahr habe man mit einer Hochzeit bereits das   Gesellschaftliche berührt, in einer Aktion mit  dem Johanneum-Gymnasium   den naturwissenschaftlichen Bereich in die Öffentlichkeit  getragen und   nun mit der Lesung auch das Kulturelle in die Höhle gebracht, sagte   Peters in seiner Begrüßung vor dem „Zeitsprünge“-Museum in Erdbach.   Wieder ein anderes Licht solle am 5. und 19. Dezember mit den   Sonderführungen „Glitzernder Advent“ auf die Tropfsteinhöhle fallen,    kündigte Peters an.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-683" title="hoehle4" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/hoehle4.jpg" alt="" width="480" height="258" /></a></p>
<p>Eine Fortsetzung der „Blanken“ – so nennen Zieglers handelnde Personen   jene Menschen, die nicht träumen – sei nicht geplant, teilte Steffen   Ziegler nach der Lesung bei einem vom „Zeitsprünge“-Verein ausgegebenen   Glühwein vor dem Höhleneingang mit. Dass er das Mikrofon in Zukunft   zuliebe der Schriftstellerei noch gelegentlich aus der Hand geben   möchte, bleibt allerdings angesichts der ersten Eindrücke in der   „Herbstlabyrinth“-Schauhöhle zu wünschen. Und vielleicht dient dann auch einmal Zieglers Heimatstadt Herborn und   die umliegende Region als Kulisse. Hier kennt man ihn dann eher als   Autor denn als Radiomoderator.</p>
<p>(Bericht von Klaus Kordesch für die Sonntags-Zeitungen im Altkreis Dillenburg, 21.11.10: Dill-Zeitung, Herborner Echo, Haigerer Kurier, Dill-Post, Herborner Tageblatt, Haigerer Zeitung)</p>
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		<title>Lesung &#8220;Die Blanken&#8221; in Kreuztal</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 22:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stimmungsvolle Multi-Media-Lesung in Dreslers Park Steffen Ziegler las erstmals aus seinem Debüt-Roman „Die Blanken“ Kreuztal. 100 gespannte Ohren verfolgten am Montag-Abend (08.11.) in der Weißen Villa in Dreslers Park die erste Lesung von Neu-Autor Steffen Ziegler. Der bekannte Radiomoderator las aus seinem ersten Siegerland-Roman „Die Blanken“. Klaus-Dieter Zimmermann vom Kreuztaler Verlag „die Wielandschmiede“ und Kirstin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Stimmungsvolle Multi-Media-Lesung in Dreslers Park</h3>
<p>Steffen Ziegler las erstmals aus seinem Debüt-Roman „Die Blanken“</p>
<p><a rel="attachment wp-att-488" href="http://www.die-blanken.de/?attachment_id=488"><img class="size-medium wp-image-488 alignleft" title="verleger" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/10/lesung_blanken_ziegler.jpg" alt="" width="300" height="382" /></a>Kreuztal. 100 gespannte Ohren verfolgten am Montag-Abend (08.11.) in der Weißen Villa in Dreslers Park die erste Lesung von Neu-Autor Steffen Ziegler. Der bekannte Radiomoderator las aus seinem ersten Siegerland-Roman „Die Blanken“. Klaus-Dieter Zimmermann vom Kreuztaler Verlag „die Wielandschmiede“ und Kirstin Krässel von der Stadtbibliothek Kreuztal eröffneten den Abend um 19 Uhr 30 mit dem stolzen Hinweis, „ein richtig gutes Buch“ präsentieren zu dürfen. Und den Autor dazu.</p>
<p>Was folgte, waren 75 sehr stimmungsvolle Minuten, rund um das Thema „Träume“ – eingebettet in eine lokale Krimi-Handlung. Mit Video- und Audio-Einspielern – ein paar Seiten des Buches waren vorab als Hörspiel vertont worden – und selbstverständlich mit ein paar live gelesenen Seiten. Von Autor Steffen Ziegler, der dabei von aktuellen und ehemaligen Radio Siegen-Kollegen unterstützt wurde. Krönender Abschluss des atmosphärischen Abends: eine überaus poesievolle, von Natalie Putsche (früher Radio Siegen, heute HR3) eingesprochene „blaue Stunde“ über das Siegener Kreishaus im Sonnenaufgang. (nachzuhören auf www.die-blanken.de – hier gibt es auch mehr Infos zu Buch und Autor). Mit einer Überraschung endete die Lesung schließlich kurz vor 21 Uhr. Der Autor ließ sich sein Buch von den rund 50 Gästen seiner ersten Lesung signieren.</p>
<p><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/lesung_blanken_kreuztal.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-632" title="lesung_blanken_kreuztal" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/11/lesung_blanken_kreuztal-225x300.jpg" alt="" width="203" height="270" /></a>„Die Blanken“ ist Anfang November erschienen, rund 450 Seiten dick und in allen Buchhandlungen in Siegen-Wittgenstein zum Preis von 12,95 €  erhältlich. (ISBN: 978 &#8211; 3 &#8211; 925 498 &#8211; 92 – 3).</p>
<p>Die nächste Lesung in Siegen findet am Do, 25.11., ab 19 Uhr 30 im Haus Seel (Oberstadt, gegenüber vom Rathaus) statt.</p>
<p>Die Lesung in Dreslers Park war auch Thema bei Radio Siegen am 09.11.2010. Hören Sie hier die beiden Nachberichte:</p>
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		<title>Sandra und Nurmi in der Villa Frankenberg</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 10:19:11 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Leseprobe4]]></category>

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		<description><![CDATA[Sandra und Nurmi in der Villa Frankenberg: Hatte Sandra sich während des Lesens noch vorgebeugt, um die kleine Schrift auf dem Bildschirm besser erkennen zu können, ließ sie sich nun erschlagen gegen die Lehne ihres Stuhls fallen. Nurmi nahm die Hand ans Kinn, fischte den seiner Meinung nach entscheidenden Begriff aus der mail und wiederholte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #3366ff;">Sandra und Nurmi in der Villa Frankenberg:</span></h2>
<p><code> </code></p>
<h4 style="text-align: justify;">Hatte Sandra sich während des Lesens noch vorgebeugt, um die kleine Schrift auf dem Bildschirm besser erkennen zu können, ließ sie sich nun erschlagen gegen die Lehne ihres Stuhls fallen.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Nurmi nahm die Hand ans Kinn, fischte den seiner Meinung nach entscheidenden Begriff aus der mail und wiederholte ihn murmelnd: „‘Gemeinsame Träume’, ‘gemeinsame Träume’.“<br />
„Schon komisch, wer einem alles zuhört! Und wie genau!“, machte sich Sandra ihrerseits ihre Gedanken, „Das war nur ein kurzer Satz in einer ‘Blauen Stunde’, im Radio, irgendwann vor den Ferien, ich erinner’ mich selbst kaum noch dran. Aber ich hab da wohl so was gesagt, wie, dass es doch schön wäre, wenn das gehen würde. Dass man sich morgens in der Dämmerung einfach noch ‘mal umdreht und mit dem Menschen, der da neben einem liegt, noch ein bisschen gemeinsam träumen könnte.“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Während ihrer letzten Worte war Sandras Stimme ein klein wenig leiser geworden, war ihr doch während sie noch sprach bereits klar geworden, dass sie Nurmi möglicherweise verletzte. Denn, soweit sie wusste, hatte er ja gar niemanden, neben dem er wach werden konnte.<br />
„Ich hatte, als ich das geschrieben habe auch niemanden &#8230;“, schob sie entschuldigend hinterher und ergänzte, als Nurmi nicht zu verstehen schien, für ihre Verhältnisse etwas ungeschickt: „Wen findest Du so eigentlich &#8230; nett? Ich meine, gibt’s da jemanden, von dem ich nichts weiß?“<br />
Sie war froh, ihr Lächeln wieder gefunden zu haben, aber es schien Nurmi nicht zu erreichen. Im Gegenteil. Er blickte betreten unter sich.<br />
„Oh, Entschuldigung!“<br />
„Nein, ist schon &#8230; o.k.“, winkte Nurmi leise ab und traute sich schließlich doch, Sandras Blick zu suchen. „Dich fand ich eigentlich immer ganz gut.“</h4>
<p style="text-align: justify;">
<h4 style="text-align: justify;">Sandra war erstaunt, verwirrt, geschmeichelt. Sie hatte nicht ansatzweise eine Ahnung, wie sie gerade schaute. Besonders clever sicher nicht, was auch nicht gut war. Alles andere als gut. Verflixt! Wie schaute man denn bitte in einem solchen Moment?<br />
„&#8230; ’fand’?“, ging sie deshalb, weil ihr auf die Schnelle nichts Besseres einfiel, mit einem entwaffnenden Lächeln in die Offensive.<br />
„Naja &#8230;“ Nun musste auch Nurmi grinsen und blickte wieder verlegen unter sich. „Du weißt schon &#8230;“, stammelte er leicht verlegen, um ein – Sandra viel zu schnelles, viel zu beschwingt und ehrlich klingendes –  „Aber diese Toja finde ich auch ganz nett!“ folgen zu lassen.<br />
Bingo.<br />
Der kleine Zeiger im Gefühls-Barometer von Sandra schnellte in Sekundenbruchteilen von „hoch“ auf „tief“. Mit einem Nachdruck, der Nurmi völlig überraschte, sprang Sandra auf, schob dabei im Aufstehen den Stuhl so energisch zurück, dass er fast umgefallen wäre und stampfte aus dem Zimmer:<br />
„Na, die findet hier ja wohl jeder nett! – Ich mach’ jetzt ‘was zu Essen!“</h4>
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		<title>Der Bunker am Siegener Heidenberg</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 10:18:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leseprobe3]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bunker am Siegener Heidenberg: Die Tür war – wie Nils sofort bewies – nicht verschlossen. Sie ließ sich ohne Probleme öffnen und gab hinter sich den Blick in einen großen Raum frei.  Gerrit hatte nun keinen Zweifel mehr, dass es sich bei der gesamten Anlage um ein unterirdisches Bunker-System handelte. Zur Abwechslung war es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #3366ff;">Der Bunker am Siegener Heidenberg:</span></h2>
<p><code><br />
</code></p>
<h4 style="text-align: justify;">Die Tür war – wie Nils sofort bewies – nicht verschlossen. Sie ließ sich ohne Probleme öffnen und gab hinter sich den Blick in einen großen Raum frei.  Gerrit hatte nun keinen Zweifel mehr, dass es sich bei der gesamten Anlage um ein unterirdisches Bunker-System handelte.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Zur Abwechslung war es nun einmal André, der vorausging.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Andächtig zog der Koloss ein paar Schritte in den Raum, um sich dann – wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal in eine große Kirche kommt – langsam um die eigene Achse zu drehen. Der ganze Raum war ein Kuppelbau von gut sieben Metern Durchmesser.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Nils richtete, Andrés Blick folgend, den Kegel seiner Taschenlampe zunächst zur Decke, um ihn anschließend über den Boden kreisen zu lassen. Wie ein Fremdenführer, der sich bestens auskennt, setzte er ihn schlaglichtartig auf ein paar der „Sehenswürdigkeiten“ dieses außergewöhnlichen Ortes.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Auf dem Boden standen Kerzen, Teelichter, vermutlich ein paar Stockwerke höher gekauft, bei Ikea. Die meisten standen noch so, dass man erkennen konnte, dass sie einen großen Kreis gebildet hatten. Das wirkte noch immer irgendwie feierlich, obwohl sie nicht brannten und einige sogar umgestoßen oder weggetreten worden waren.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Staub stand in der Luft.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Tanzen &#8230; Trommeln!“, meinte Gerrit auf einmal, leise und mehr zu sich selbst.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Was?“, fragte Nils verwundert.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Keine Ahnung wie ich da drauf komme. Aber wie André sich da dreht und das Licht so um ihn herum tanzt &#8230; Wie um ein Lagerfeuer. Nur umgekehrt. Aber trotzdem: Irgendwie fehlen nur noch die Trommeln.“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Woher wissen Sie &#8230;?“, meinte Nils verblüfft und führte sein Licht näher an die Wand rechts von ihm. „Da!“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Auf dem Boden lagen ein paar gekrümmte, zum Teil weiß überspannte Latten. Hier und da meinte Gerrit eine silbrige Stellschraube erkennen zu können.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Die sind von Trommeln.“, bestätigte Nils. „Ganz sicher. Wir haben so Dinger in der Schule. Nur nicht so riesig.“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Gerrit griff ihm in den Arm und zog das Licht seiner Taschenlampe ein Stück näher an sie heran. Auf dem Boden lag etwas Wurmartiges. Es war ein kurzes, loses Kabel. Er ließ Nils’ Arm wieder los, ging auf das Kabel zu, bückte sich und hob es auf.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Hier!“, meinte André und deutete auf einen wie zusammengerecht wirkenden Haufen aus sperrigem Müll, dicht vor der Wand. „Das waren mal Monitore…und Lautsprecher…und Scheinwerfer.“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Beim genaueren Hinsehen erkannten sie in dem Haufen weitere Elektronikbauteile. Größere und kleinere. Einige der Trümmer sahen angeschmort aus. André schob den Haufen mit dem Fuß ein wenig auseinander. Gerrit schaute überrascht auf den frei werdenden, lehmigen Boden. Er war etwas dunkler. Gerrit kam näher und strich prüfend mit dem Finger über die Erde. Sie war feucht.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Der Grund war schnell entdeckt. Ein durchlöcherter Gartenschlauch hing an der Wand. Er führte von einem Wasserhahn kurz über dem Fußboden nach oben, um dann an Schellen in etwa zwei Metern Höhe knapp vier Meter an der Wand entlang zu laufen.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Nach ‘ner schwarzen Messe sieht das nicht gerade aus!“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Nein“, schüttelte Gerrit den Kopf, „eher nach den Resten eines unterirdischen Versuchslabors! Bis auf die Trommeln &#8230;“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Er hob eine der gekrümmten Latten auf und ließ sie durch die Hände gleiten. „Und hier hast Du den Rucksack gefunden?“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Nils nickte und leuchtete in eine andere „Ecke“ des Raumes. „Hinter der Kiste da. Ist vielleicht runter gerutscht.“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Sie traten näher, ohne mit Blick auf die Kiste und den Boden hinter ihr irgendetwas Auffälliges zu entdecken. Als sie den Blick jedoch hoben und das Licht der Lampe die Wand hinter der Kiste streifte, lief Gerrit ein Schauer über den Rücken. Auf der Wand waren zwei Handabdrucke zu erkennen, betongraue Flecken in einem sich nach außen verflüchtigenden Nebel aus fein zerstäubter orangebrauner Farbe. Gerrits Hand näherte sich der Wand wie in Zeitlupe, setzte behutsam auf dem rechten Abdruck auf. Er wusste zwar nicht warum, aber er war sich sicher, dass er Franziskas Handabdruck vor sich hatte.</h4>
<p>﻿</p>
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		<title>Verfolgung am Siegerlandflughafen</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 01:34:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leseprobe2]]></category>

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		<description><![CDATA[Verfolgung am Siegerlandflughafen Die Sicht war ausgezeichnet. Das war am Siegerlandflughafen schon etwas Besonderes. Dieser höchstgelegene deutsche Regionalflughafen versank all zu oft im Nebel oder tief hängenden Wolken. An diesem Abend nicht. Es war gegen 20 Uhr 45, als der Tower der Luftaufsicht des Siegerlandflughafens und die großen Türme des neuen Biomassekraftwerks langsam aus der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Verfolgung am Siegerlandflughafen</h2>
<p><code><br />
</code></p>
<h4 style="text-align: justify;">Die Sicht war ausgezeichnet. Das war am Siegerlandflughafen schon etwas Besonderes. Dieser höchstgelegene deutsche Regionalflughafen versank all zu oft im Nebel oder tief hängenden Wolken. An diesem Abend nicht. Es war gegen 20 Uhr 45, als der Tower der Luftaufsicht des Siegerlandflughafens und die großen Türme des neuen Biomassekraftwerks langsam aus der dünnen Horizontlinie emporwuchsen.<br />
Routiniert flog Gerrit – stetig an Höhe verlierend – eine halbe Platzrunde, um schließlich in optimaler Position runter zu gehen. Seine grün-weiße Cessna setzte butterweich auf. Gerrit atmete zufrieden durch, setzte die schwarze Schirmmütze des Aeroclubs Siegerland ab, die er im Landeanflug der tief stehenden Sonne wegen getragen hatte und legte sie auf den Sitz neben sich.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Langsam ließ er die Maschine auf eine große Halle zurollen. Gerrit ging davon aus, dass sein Mechaniker dort auf ihn wartete.<br />
Und in der Tat: André wartete. Allerdings in Seelenruhe. Er telefonierte.<br />
Dabei saß er auf einem Stuhl, die Beine lässig auf ein großes Ölfass gelegt. Sein massiger Körper steckte in einer etwas zu engen, leicht verblassten, schwarzen Biker-Kluft: schwarze Weste mit schwarzem T-Shirt drunter, dazu eine schwarze, speckige Lederhose und schwarze Bikerstiefel. Obwohl es im Hangar deutlich dunkler als draußen war, erkannte ihn Gerrit sofort.</h4>
<p style="text-align: justify;">
<h4 style="text-align: justify;"><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/10/flughafen.png"><img class="alignright size-medium wp-image-444" title="flughafen" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/10/flughafen-300x210.png" alt="" width="300" height="210" /></a>Denn hinter André befand sich – durch ein Fenster vom Hangar getrennt – ein kleines Büro, das in gleicher Flucht ein weiteres Fenster nach draußen hatte. Andrés Schattenriss hob sich deshalb deutlich ab.<br />
André wartete Gerrits Cessna und durfte dafür ab und an mit ihr fliegen. So hatten sie es auch für diesen Abend ausgemacht. Aber der Koloss schien es nicht eilig zu haben. Er hob die freie linke Hand zum Gruß und telefonierte weiter. Gerrit rollte noch ein Stück in den Hangar hinein, dann wendete er die Maschine, wie er es immer tat, und ließ die Cessna, die Schnauze wieder ins Freie zeigend, schließlich stehen. André verstand seinen fragenden Blick und deutete ihm mit einer weiteren Handbewegung an, den Motor laufen zu lassen. Gleichzeitig bequemte er sich, aufzustehen und wackelte mit gespreiztem Schritt auf das Flugzeug zu. Während dessen krabbelte Gerrit aus der Maschine.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Alles klar?“, fragte André mit dem für Siegerländer typischen, rollenden „R“ und unterbrach sein Telefonat für einen kurzen Moment.<br />
Gerrit nickte nur, um ihn nicht zu stören.<br />
„O.k.!“, brummte André, drehte gemächlich eine Runde um die Cessna, bei der er hier und da – das Telefon mittlerweile zwischen Ohr und Schulter eingeklemmt – prüfend mit den Händen über Tragfläche, Fahr- und Leitwerk fuhr.<br />
Gerrit wusste, dass ein „O.k.!“ bei André ein Gespräch – wenn man den Austausch weniger Buchstaben schon so nennen wollte – oftmals bereits beendete. Während er seine Sporttasche aus dem Heck hievte, vergewisserte er sich, dass das auch in diesem Fall so war. Es war so. André beantwortete Gerrits nächsten fragenden Blick mit einem lässigen Nicken, das er durch einen ebenso lässig nach oben deutenden Daumen unterstützte. Gerrit erwiderte Andrés Nicken und überließ ihm seine Cessna.<br />
Gemählich machte er sich auf den Weg zu seinem Auto, dass auf dem Parkplatz außerhalb der Flughafen-Umzäunung wartete. Er hatte es fast erreicht, da prallte irgendetwas mit dumpf-metallenem Klang auf den schwarzen Lack seines Saabs. Instinktiv riss Gerrit den Kopf zur Seite und erkannte zwei Männer. Beide trugen klobige, schwarze I-dream-Brillen. Der eine ruderte wild gestikulierend mit seinen Armen, der andere stand, vorne übergebeugt neben ihm, einen Ellenbogen gestützt auf die Motorhaube einer schwarzen Limousine. Er hielt ein Gewehr im Anschlag, lugte kurz hinter ihm hervor, um sich seine Brille ins Haar zu schieben, tauchte mit der nächsten Bewegung wieder ab und zielte erneut auf Gerrit.<br />
’Er hat auf mich geschossen!’, fuhr es ihm durch den Kopf, da löste sich auch bereits der zweite Schuss. Der längliche Schatten war ohne Frage zu schnell für Gerrits Auge, aber vielleicht schaffte es sein Unterbewusstsein, seine Richtung zu erahnen. Jedenfalls löste es gerade noch rechtzeitig den richtigen Bewegungsreflex aus. Kopf und Oberkörper kippten ein paar Grad zur Seite und wichen damit dem Geschoss aus. Trotzdem fühlte Gerrit, wie etwas haarscharf an seiner rechten Schulter vorbei pfiff.<br />
Es gab zig Fragen, die durch sein augenblicklich mit Adrenalin voll gepumptes Hirn hin und her stoben, aber eine einzige bremste alle anderen in einem Sekundenbruchteil aus und stellte sich ihm zur Entscheidung: ‘Vor oder zurück? Zum Wagen oder zurück zum Hangar?’<br />
Gerrit entschied sich für den Rückzug, stieß die Tasche nach vorne Richtung Saab, fuhr auf der Stelle herum und versuchte, so tief geduckt und dabei trotzdem so schnell wie irgend möglich, das vermeintlich rettende Ufer der Flughafenbebauung zu erreichen. Es waren nur ein paar Meter, und er hatte die erste, wenngleich nur schwache Deckung des Maschendrahtzauns hinter dem Hangar schon fast erreicht, da traf ihn ein Geschoss im rechten Fuß. Gerrit spürte deutlich, dass sie ihn erwischt hatten, aber er spürte keinen Schmerz. Und er bemerkte auch nicht, dass es ein kleiner Pfeil war, der sich durch die Sohle seines rechten Schuhs gebohrt hatte. Stattdessen wurde sein Fuß augenblicklich taub.<br />
Gerrit stolperte in vollem Sprint in die Tür des Zauns und riss sie dabei auf. Seine Finger krallten sich in die grünen Maschen und verhinderten, dass er zu Boden fiel. Mehr auf einem als auf zwei Beinen nahm er die letzten Meter bis zum Hangar, kaum langsamer als zuvor, hechtete weiter, die linke Hand immer wieder stützend in das Lamellenprofil der Hangarwand links neben sich greifend.<br />
Hastende Schritte und fluchende Rufe hinter ihm kamen näher. Die Blechverkleidung des Hangars jaulte schrill und spitz auf, als der nächste Betäubungs-Pfeil längs an ihr abprallte, zwischen ihm und der Wand vorspritzte, mit einigen „Ditschs“ – wie ein flacher Stein auf dem Wasser – weit vor ihm abbremste und im vor Hitze immer noch leicht flimmernden Teer zu versinken schien.<br />
Endlich! Da war die Tür zum Büro, durch die er nicht einmal zwei Minuten zuvor – nicht ahnend, was ihn draußen erwarten sollte – ins Freie geschlendert war. Er riss sie mit seiner einschlafenden rechten Hand auf, polterte ins Büro, indem er noch auf der Türschwelle eine halbe Drehung vollzog und die Tür mit der linken Hand wieder hinter sich zuzog.<br />
„Schließ ab!“, befahl ihm eine innere Stimme. Im eigentlichen Schloss steckte zwar kein Schlüssel, aber darüber war – das hatte Gerrit, wenngleich nie benutzt, doch oft genug gesehen – eine zusätzliche Diebstahlsicherung angebracht, deren Stahlbolzen er im nächsten Moment nach rechts drehte. Die Tür war zu. Trotzdem: Nichts wie weg!<br />
Mittlerweile war sein kompletter rechter Unterschenkel taub, der Oberschenkel darüber kribbelte wie eingeschlafen, ihm wurde schwindlig.<br />
‘Halt durch! Bleib` wach! Versteck` Dich!’<br />
Die ganze Wand des Hangars schien zu beben, als seine Verfolger im nächsten Moment die verschlossene Tür erreicht hatten und wie wild an ihr rüttelten.<br />
‘Konzentrier’ Dich! Wohin?’<br />
Während der Gewehrkolben unter den lauten Schreien reißender Glasscheiben zweimal in das Bürofenster hinter ihm gerammt wurde, taumelte Gerrit der Tür zum Hangar entgegen, fiel in die Klinke, schwang mit seinem Gewicht die Tür auf und fiel auf den blanken Betonboden. Hinter ihm war es ruhig geworden, dafür brüllte vor ihm der Motor seiner Cessna laut auf.<br />
Nur noch halb bei Bewusstsein, nahm Gerrit aus den Augenwinkeln heraus wahr, wie seine Maschine in voller Beschleunigung aus der Halle raste. Als sie das Freie erreichte, tauchten von rechts seine Verfolger auf. Die vielen scharfen Splitter im Rahmen des Bürofensters hatten sie abgeschreckt, durch es hindurch zu klettern, und außen um den Hangar herum laufen lassen. Fast wären sie von der Maschine über den Haufen gefahren worden. Sie zögerten keinen Moment, sondern rannten ihr augenblicklich hinterher.<br />
Etwas tief in Gerrit witterte eine Chance.<br />
‘Bleib` wach! Nur noch eine Minute!’, zwang er sich durchzuhalten und trotzte der Taubheit, die ihn unweigerlich überwältigen würde, noch ein paar kostbare Momente ab.<br />
‘Wohin?’<br />
Gerrit versuchte, sich umzuschauen. Vergeblich. Seine Halsmuskeln gehorchten ihm nicht mehr.<br />
Mit letzter Kraft gelang es ihm schließlich doch noch irgendwie, seinen Kopf einen müden Halbkreis schwenken zu lassen.<br />
‘Das Fass!’<br />
Verschwommen tauchte die große, verbeulte Tonne neben ihm auf. Er robbte auf sie zu, wie ein Schiffbrüchiger auf eine treibende Holzblanke im Meer, erreichte sie, irgendwie und stieß sie mit hoch nach oben ruderndem und einige Male ins Leere hauendem Arm schließlich um.<br />
Dass seine Verfolger das Scheppern nicht hörten, hatte zwei Gründe: Zum einen waren sie seiner auch nicht gerade leisen Cessna schon ein gutes Stück hinterhergelaufen, weil sie annahmen, Gerrit sitze in der Maschine, zum anderen blieb die Tonne barmherzig, halb gekippt und deshalb wesentlich leiser scheppernd als wenn sie mit voller Wucht längsseits auf den Beton gekracht wäre, an einem der offenen Stahlträger der Hangarwand hängen.<br />
Gerrit zwängte sich mit der letzten Kraft, die sein linker Fuß und seine linke Hand ihm zur Verfügung zu stellen bereit waren, rücklings in das Fass, rutschte an der hinter ihm diagonal aufstrebenden Innenwand nach oben, zog die Beine zur engen Hocke nach, kippte sich und damit auch das Fass um sich herum nach vorne und streckte gleichzeitig den mittlerweile ebenfalls längst SOS-funkenden linken Arm ein letztes Mal aus, dem geriffelten Schwarz der Fasswand vor sich entgegen, um den Aufprall des Fassrandes auf dem Betonboden der Halle abzufedern. Dann verlor Gerrit das Bewusstsein.<br />
Er hätte sich in Seelenruhe in Sicherheit bringen können, wenn er es denn nur gekonnt hätte. Seine Verfolger wähnten ihn in der Cessna, die sie in ihrer schwarzen Limousine in halsbrecherischer Fahrt Richtung Süden verfolgten. Erst zwanzig Minuten später, auf dem Gelände des kleinen Sportflughafens im Herborner Ortsteil Hörbach, sollte diese Verfolgungsjagd enden. Mit zwei von Andres Faust relativ humorlos zertrümmerten Nasen auf Seiten seiner Häscher.</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Gerrit jedoch schlief fest und traumlos bis in die frühen Morgenstunden des kommenden Tages.</h4>
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		<title>Im Institut für Schlaf- und Traumforschung Siegen:</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 00:38:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im Institut für Schlaf- und Traumforschung Siegen Der schmale Gang spülte sie in einen größeren Korridor, in dem Sigurdson rechts vor der breiten, dunkelgrauen Tür eines Aufzugs stehen blieb. Er drückte den Knopf mit dem nach unten zeigenden Dreieck. Ein leises „Bing“, der Aufzug öffnete sich und sog das ungleiche Paar in sich hinein. „Warum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Im Institut für Schlaf- und Traumforschung Siegen</h2>
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<h4 style="text-align: justify;">Der schmale Gang spülte sie in einen größeren Korridor, in dem Sigurdson rechts vor der breiten, dunkelgrauen Tür eines Aufzugs stehen blieb. Er drückte den Knopf mit dem nach unten zeigenden Dreieck.<br />
Ein leises „Bing“, der Aufzug öffnete sich und sog das ungleiche Paar in sich hinein. „Warum haben Sie sich eigentlich vom Schlaflabor getrennt?“, wechselte Gerrit das Thema. In der neuen Umgebung des Aufzugs fiel ihm das irgendwie leichter als kurz zuvor auf dem Flur.<br />
„Getrennt’ ist nicht unbedingt das richtige Wort“, nahm Sigurdson den Ball auf. Sein Finger drückte das „U“ auf der silbernen Tafel rechts der Tür. Neben dem schwarzen Buchstaben standen die Begriffe „Tierlabor“, „Labor“ und „Lager“. Die Tür schloss sich, und der Aufzug summte los.<br />
„Wir arbeiten weiterhin zusammen. Das Hauptziel der Arbeit des Schlaflabors ist es, Schlafstörungen zu erforschen und – wenn möglich – zu beheben. Schnarchen zum Beispiel. Wir hier setzen den Schwerpunkt auf die Erforschung der Traumphasen während des Schlafs.“</h4>
<p><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/10/schlaflabor.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-503" title="schlaflabor" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/10/schlaflabor.png" alt="" width="500" height="242" /></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">Dann siegte die Gewohnheit und beide verstummten, bis der Aufzug das Untergeschoss erreicht hatte. Dort wartete ein dunkler Flur auf sie. Doch bereits auf ihren ersten Schritt aus der Aufzugskabine heraus reagierten die Bewegungsmelder und tauchten den Gang in ein weiches Licht. Fast hätte Gerrit sich zu einem Kompliment hinreißen lassen. Denn nirgendwo im Haus hatte er bislang grelles Neonlicht gesehen. Was die dezente Beleuchtung und Farbgebung, ja sogar den milden und dennoch frischen Geruch im Institut anging, schienen hier Leute mit ausgeprägtem Geschmack und Gespür für sinnliche Kleinigkeiten zu arbeiten – nicht unbedingt typisch für Wissenschaftler. Aber ein rot-weißes Schild mit durchgestrichenem Handy schien ihm noch mehr wert, lobend erwähnt zu werden: „Kein Handy! Find ich gut. Ich hab gar keins.“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">Sigurdson neigte anerkennend den Kopf und deutete eine kleine Verbeugung an. „Dann sind wir schon zwei! Ich hasse diese Dinger. Und hier unten wollen wir die Strahlung auch nicht haben. So wenig wie möglich jedenfalls. Ist ohnehin schon viel zu viel. Überall!“<br />
Gerrit schien einen wunden Punkt getroffen zu haben, Sigurdsons Ärger klang unüberhörbar durch. Wie es seine Art war, wenn es um Gefühle ging, fragte Gerrit trotzdem nicht nach. Er wechselte abermals das Thema: „Sie scheinen hier bevorzugt junge Testpersonen einzusetzen.“<br />
Gerrit hatte im Empfang und in den anderen Schlafräumen – grob geschätzt – ein knappes Dutzend Testpersonen gezählt. Etliche davon schienen in Franziskas Alter oder nur unwesentlich älter zu sein.<br />
„Richtig“, entgegnete Sigurdson, dankbar für die Aufmerksamkeit, die sein Gast seiner Einrichtung zukommen ließ, und zog, während sie einer Rechtsbiegung des Flurs folgten, einen Schlüsselbund aus der Seitentasche seines Kittels. „Das hat zwei Hauptgründe: Erstens können Schüler und Studenten unser kleines Honorar am besten gebrauchen.“ Er blieb kurz stehen.<br />
Gerrit schaute ihn interessiert an. Er ließ ihm einen Moment Zeit, dann hakte er nach:<br />
„Und zweitens?“<br />
„Zweitens“, meinte Sigudson, „sind wir in der Tat an jungen Testpersonen ganz besonders interessiert.“<br />
Gerrit runzelte die Stirn. Nur leicht, aber das reichte. Sigurdson lächelte und fuhr fort:<br />
„Wussten Sie, Herr Graf, dass Kinder noch etwa die Hälfte ihrer Schlafzeit träumen, Säuglinge noch deutlich mehr, Sie in Ihrem Alter aber statistisch nur noch ein Viertel?“<br />
Gerrit schüttelte den Kopf. Ein „Wissen Sie, ich träume eigentlich überhaupt nicht!“, lag ihm auf der Zunge, aber er behielt es trotzdem für sich. Vielleicht, weil er für eben diese Bemerkung von der kessen Mongolin am Empfang ein schnippiges „Das denken die meisten!“ kassiert hatte.<br />
Stattdessen sagte er, während Sigurdson einen Schlüssel auswählte und in das Schloss der Tür links von ihnen steckte: „Dann wäre doch eigentlich eine Kindergarten-Gruppe noch passender.“<br />
„Wenn Sie mir die Einwilligung der Eltern besorgen: Sofort!“, entgegnete Sigurdson und lachte.<br />
Er drehte den Schlüssel zweimal im Schloss, dann wandte er sich erneut Gerrit zu:<br />
„Aber im Ernst: Wie alt sind die Schüler in Ihrem Biologie-Kurs? Ein gemeinsames Projekt ‘Schlafen und Träumen’ als Freizeit, als Ausflug, Klassenfahrt oder wie auch immer Sie mögen, wäre höchst interessant für uns. Wo Sie möchten. Die Kosten für eine Jugendherberge oder ähnliches wären kein Thema &#8230;“<br />
„Sie würden die ganze Technik aus den Räumen oben mitnehmen?“, fragte Gerrit verwundert.<br />
„Nein, das wäre in diesem Fall erst mal nicht unbedingt nötig. Eigentlich sogar eher hinderlich.“<br />
Sigurdson ließ seinen Blick kurz auf den Boden fallen. Dann sah er Gerrit offen und ernst in die Augen. Sein Blick offenbarte eine Ehrlichkeit, die Gerrit augenblicklich entwaffnete.<br />
„Wissen Sie. Ich sag’s mal so: Wir machen hier – wie übrigens viele Einrichtungen rund um den Globus – so eine Art Grundlagenforschung. Kein Mensch weiß, warum wir träumen. Und wie ich vorhin angedeutet habe, lässt es sich bislang eigentlich noch nicht einmal stichhaltig beweisen, dass wir überhaupt träumen.<br />
Aber es gibt verschiedenste Theorien und Hypothesen. Und eine ist verkürzt gesagt, dass es vielleicht auch -“</h4>
<h4 style="text-align: justify;">„Allan, da bist Du ja!“, rief eine laute Stimme aus dem sich öffnenden Aufzug hinter ihnen.<br />
Ein Mitarbeiter im üblichen blauen Kittel hastete den Flur entlang und streckte Sigurdson ein Telefon entgegen. Sein Blick verhieß nichts Gutes.<br />
„Telefon! Und Bänfer hat auch schon angerufen. ‚Die Frequenz sei o.k.. Sie wüssten Bescheid.’“<br />
Sigurdson nickte kurz, dann nahm er den Apparat in die Hand. Wenn ihm hier im handy-verpönten Untergeschoss jemand ein Telefon reichte, musste es wichtig sein.<br />
„Sigurdson &#8230; Was? Seid Ihr sicher? &#8230; Das kann er doch nicht einfach machen! Wir hatten eine Abmachung!“<br />
Mehr interessiert als besorgt nahm Gerrit zur Kenntnis, wie Sigurdson binnen Sekunden die Fassung zu verlieren schien.<br />
Bevor er den Flur mit eiligen Schritten, hochrotem Kopf und wild gestikulierend Richtung Aufzug zurück hastete und dabei auf das Telefon bald beschwörend bald fluchend einredete, verabschiedete er seinen Gast so kurz und knapp es nur ging:<br />
„Entschuldigen Sie, vielleicht können wir unser Gespräch morgen fortsetzen. Wenn Sie ihre Tochter abholen. Mein Mitarbeiter zeigt Ihnen den Weg. Ich muss hier gerade ein fürchterliches Missverständnis aufklären!“</h4>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 12:03:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Lernen wir träumen, meine Herren, dann finden wir vielleicht die Wahrheit.“ August Kekulé zugeschrieben, Entdecker der Ringstruktur des Benzols, 1890]]></description>
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<p></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/10/titelbild2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-42" title="titelbild" src="http://www.die-blanken.de/wp-content/uploads/2010/10/titelbild2.jpg" alt="" width="549" height="266" /></a></p>
<h2 style="text-align: center;">„Lernen wir träumen, meine Herren, dann finden wir vielleicht die Wahrheit.“</h2>
<p style="text-align: center;">
<h4 style="text-align: right;">August Kekulé zugeschrieben,</h4>
<h4 style="text-align: right;">Entdecker der Ringstruktur des Benzols, 1890</h4>
<p style="text-align: center;">
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